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Frédérique Lehembre-Aronica
1992 - 1999
Jean-Guihen Queyras
2006 - 2010
Christophe Coin
2012 - 2014
The CSS Ninja
Marcel Bardon
1999 - 2006
The CSS Ninja
Troels Svane
2010 - 2014
Konservatorium für Musik und Tanz, Laon (1992-1999)
Frédérique LEHEMBRE-ARONICA

„Charles-Antoine ist einer dieser Schüler, die die junge Lehrerin, die ich war, als er in meine Klasse kam, sehr geprägt haben. Einer dieser Schüler, mit denen ein ganz besonderes heimliches Einverständnis entsteht, denn die Leidenschaft für die Musik und für das Violoncello verbindet. Sehr schnell zeigte sich eine hervorragende Energie und eine expressive Musikalität, die für ein Kind seines Alters beeindruckend war. Wie die anderen Schüler gab ich mein Bestes, um diesem schönen Potential zu erlauben, sich auszudrücken und zu entfalten... Ich sagte immer: „Er muss glücklich sein zu spielen, und alles in ihm muss dazu bereit sein, wenn er sich entschließt, Cellist zu werden.“ Ich wusste, dass er ein wunderbarer Cellist werden wird.“ Frédérique Lehembre-Aronica

Ein Augenaufschlag. Ein Blitzschlag. Ein Schlag vor den Kopf. Und plötzlich ist eine Berufung da. Die Begegnung des jungen Charles-Antoines Duflot mit dem Cello ist sicher eine Sache des Zufalles, aber sie scheint auch eine bereits festgelegte und fast mysteriöse Bestimmung eines Kindes zu enthüllen.

Als er gerade erst sechs Jahre alt ist, nimmt man ihn mit zum „Tag der offenen Tür“ in einem Konservatorium; in diesem Rahmen kann er unterschiedliche Musikinstrumente entdecken. Das Cello ist das erste Instrument, das er entdeckt ... und es wird auch das letzte sein! Es kommt für ihn nicht in Frage, andere auszuprobieren: Im Alter von sechs Jahren ist nunmehr die Entscheidung gefallen. Er wird Cellist werden.
Diese Entscheidung, eine wahre Berufung, hat ihn seither immer begleitet; nie hatte er diesen Schlag seines Kinderherzens, diese Liebe auf den ersten Blick, zu bedauern.

Sein Lehrerin Frédérique Lehembre-Aronica führt seine ersten Schritte und besteht von Anfang an darauf ihm einzubläuen, wie wichtig die Qualität eines Tones ist; so wird vermieden, dass die sonst oft unangenehmen Anfängertöne die Ohren in der Umgebung misshandeln … Sie treibt ihn auch an, sich der ausgedehnten sonoren Palette seines Instrument zu bedienen, und ständig ein identisches Timbre zu erforschen. All ihre Ratschläge hat er bis heute verinnerlicht.

Zu diesen ersten Ausbildungsjahre gehören auch andere musikalischen Erfahrungen, die der junge Charles-Antoine vermehrt sammelt, so etwa in der Ensemble-Musik, bei Kammermusik mit anderen Cellisten, im Chorgesang und bei einigen Sommerkursen. Diese ersten Jahre bedeuten für ihn ein entscheidendes musikalisches Erwachen, eine solide Grundlage des Musikers, der er heute ist.

"Kann man sich bereits im Alter von sechs Jahren des Gewichtes bewusst sein, das eine einzigartige Entscheidung mit sich bringt, deren Auswirkung sich über ein ganze Leben erstrecken wird?... Seit meinen ersten Ausbildungswochen, in deren Verlauf eine echte Komplizenschaft mit meinem Cello erwuchs, habe ich sehr schnell verstanden – trotz meines jungen Alters –, dass das Cello mein Leben sein würde. Natürlich erfasst man in diesem Alter noch nicht alle Herausforderungen und Konsequenzen einer solcher Entscheidung. Das Beruf des Musikers, so wie ihn sich ein kleiner Junge in seinen Zukunftsträumen vorstellt, unterschiedet sich deutlich von dem, den man als Erwachsener kennen lernen wird – da gibt es auch Zwänge, Schwierigkeiten und manchmal sogar Zweifel.
Auch wenn viele Kinder im jungen Alter vom großen Schicksal träumen, habe ich mir nie die Frage nach meiner Zukunft stellen müssen. Wenn es mir anfangs undenkbar schien, dieser Berufung nachzugeben – würde ich wirklich ernst genommen werden? – bestand mein Glück daran, dass ich verständnisvolle Eltern hatte, die offen waren für eine solche Verrücktheit.


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Titulaire du Certificat d’ Aptitude de violoncelle, Frédérique Aronica-Lehembre aime partager son temps entre l’enseignement, au Conservatoire de Laon depuis 1990, la musique de chambre, l’orchestre, et se passionne pour le violoncelle baroque, en se formant récemment au Conservatoire Royal de Bruxelles. Elle joue notamment au sein du quatuor de violoncelles Cellissime et de l'orchestre de l’Opéra de Reims. Très intéressée également par les musiques nouvelles, elle rejoint en 2010 l’ensemble de violoncelles Nomos, qui se consacre au répertoire contemporain.






Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (2006-2010)
www.mh-stuttgart.de
Prof. Jean-Guihen QUEYRAS
www.jeanguihenqueyras.com
Master of Music - 1,0 mit Auszeichnung (2010)

„Charles-Antoine ist ein Cellist mit einer tiefen Ausdruckskraft und einer intensiven Hingabe, Musik zu machen. Er ist ein sehr begabter und ausgefallener Cellist, der sich viele Gedanken über die Werke macht, die er interpretiert. In seiner Interpretation wird keine Note dem Zufall überlassen.
Sei es bei den Bach Suiten oder im zeitgenössischen und romantischen Repertoire konnte ich in jeder Unterrichtsstunde mit Charles-Antoine immer wieder feststellen, dass er die Stücke mit Herz und Kopf gründlich einstudierte.
Ich konnte die tägliche Entwicklung seines Spiels während vier Jahren verfolgen, und es gibt keinen Zweifel, dass seine eifrige Beharrlichkeit zur Perfektionierung seiner Technik ihm erlauben wird, ein wichtiger Künstler in der musikalischen Welt seiner Generation zu werden.“
Jean-Guihen Queyras

Paris zu verlassen um nach Deutschland zu gehen, ist das Ergebnis einer bewussten Wahl, aber auch die Folge einer unerwarteten Begegnung. Es war ganz einfach ein Konzert – die unvergessliche Gesamtauffühung der sechs Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach, gespielt von Jean-Guihen Queyras in der Cité de la Musique in Paris –, das den bereits vorgezeichneten Pariser Weg endgültig verändert hat. Üblicherweise wählen Studenten zunächst ihr Konservatorium; Charles-Antoine Duflot reagierte jedoch auf diese Begegnung, in dem er diese eminenten Musiker, der andereseits ein leidenschaftlicher Lehrer ist, wählte.

Keineswegs darf man eine musikalische Entscheidung aufdrängen, sondern man muss die Gründe dafür begreiflich machen. Jean-Guihen Queyras lehrt durch die gemeinsame Suche nach einer vollkommen durchdachten Interpretation. Weit entfernt von Belehrung, stellt er seinen Stuhl oft neben den des Schülers, um auf Augenhöhe mit ihm den besten Weg zu erkunden, wie am ehesten die Intentionen des Komponisten umgesetzt werden können und dabei gleichzeitig die Originalität und der eigene musikalische Instinkt mit aller Sensibilität bewahrt werden können.

Charles-Antoine Duflot begegnete gleichermaßen einigen anderen berühmten Professoren dieser Universität, die ihn ebenfalls stark beeinflussten: Peter Buck (Melos Quartett), Conradin Brotbek, Vogler-Quartett, Norbert Kaiser, Kirill Gerstein ...

„Wenn ich die vier Jahre überdenke, in denen ich das Glück hatte, durch diesen von Musik durchdrungenen Cellisten unterrichtet zu werden, so sehe ich heute, wie extrem stark ich durch seinen musikalischen Ansatz - spontan, fast instinktiv, aber auch wohl durchdacht - geprägt wurde. Jean-Guihen Queyras hat mir vielfältige neue Horizonte – von der barocken bis zur zeitgenössischen Musik – erschlossen und mir so die Neugier und die musikalische Offenheit vermittelt, die ihn selbst charakterisieren.“





Schola Cantorum Basiliensis - Basel 2012-2014
www.scb-basel.ch
Prof. Christophe COIN


Es war 2012 der Eintritt in die Klasse von Prof. Christophe Coin – einem der weltweit anerkannten Cellisten und Barockinterpreten – der Charles-Antoine Duflot die Gelegenheit gab, seinen Umgang mit dem Barockcello an der Schola Cantorum de Bâle zu intensivieren.
Angeregt während einer eindrucksvollen Begegnung mit Anner Bylsma, ermutigt durch Jean-Guihen Queyras, ebenso durch den Erwerb eines Violoncello Piccolo mit fünf Seiten, nimmt dessen Erforschung alle seine Sinne gefangen, seit er mit einem solchen Meister studieren kann. Das Studium der sechsten Suite für Violoncello Solo von Johann Sebastian Bach – komponiert für ein Piccolo – stellt einen der Hauptaspekte dieser gemeinsamen Arbeit dar. 

"Obwohl die Welt des Barockcellos von der des 'modernen' Cellos, wie wir es heute kennen, scheinbar so weit entfernt liegt, ist es verblüffend festzustellen, dass gewisse weitreichende Gemeinsamkeiten existieren. Wenn es auch während einer gewissen Epoche üblich gewesen sein mag, Barockmusik und Barockinstrumente streng von anderen, zeitgemäßeren Epochen zu trennen, kann man heutzutage ihren wechselseitigen Zusammenhang nicht mehr leugnen. In dieser Hinsicht waren die Studien in Basel besonders wertvoll; sie entwickelten nicht allein meine Fachkenntnisse des Spiels und der Interpretation auf einem Barockinstrument weiter, sondern prägten gleichermaßen den gesamten Violoncellisten, der ich heute bin."


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Christophe Coin (geb. 1958 in Caen) studierte bis 1976 am Conservatoire National Superieur in Paris bei André Navarra. Mit 16 Jahren erhielt er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in Wien. Ebenfalls in Wien kam es zum ersten Kontakt mit Nikolaus Harnoncourt, dem er wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit seinem Instrument und mit der Alten Musik generell verdankt. 1978/79 kam Coin an die Schola Cantorum Basiliensis, um sich bei Jordi Savall gründlich in die Welt der Viola da gamba zu vertiefen. Seit 1988 unterrichtet er Violoncello an der SCB und führt ausserdem eine Klasse am CNSM in Paris.
Christophe Coin gehört heute zu den profiliertesten Cellisten seiner Generation, wie zahlreiche CD-Einspielungen belegen. Nach der Arbeit im Concentus Musicus Wien und neben seiner Karriere als Solist, leitet er seit 1991 das "Ensemble Baroque de Limoges". Mit dem "Quatuor Mosaïque" widmet er sich mit grossem Erfolg bekannter und unbekannter Streichquartett Literatur der Zeit um 1800. Coins Interesse gilt überdies den alten Streichinstrumenten generell sowie instrumentenkundlichen Fragen, deren Ergebnisse er in seine praktische Tätigkeit einfliessen lässt.





CNR de Paris (1999-2006)
Marcel Bardon


Diplôme de Fin d’Etudes 2003
Premier Prix de cycle supérieur mit Auszeichnung 2005

“In meiner langen Karriere als Cellolehrer nimmt Charles-Antoine Duflot einen Platz ein, der voller guter Erinnerungen ist. Er ist eine wunderbare musikalische Persönlichkeit mit feinem Gespür für vollendete instrumentale Arbeit; seine gute Laune und seine lebhafte Kommunikation vermittelt seiner Umgebung im besten Sinn Lebensfreude an Musik. Eine schöne Zukunft liegt vor Ihm.” Marcel Bardon

Durch Vermittlung von Alain Meunier, Kammermusik-Professor im Conservatoire National Supérieur de Musique, traf Charles-Antoine Duflot auf Marcel Bardon. Er studierte sieben Jahre lang in dessen Klasse am Conservatoire National der Region Paris CNR.

An seiner Seite erarbeitete und festigte Charles-Antoine seine Spieltechnik und entdeckte nach und nach die ganze Bandbreite des Repertoires für sein Instrument. Er entwickelte Ausdauer und Gewissenhaftigkeit, zwei wesentliche Eigenschaften für die Ausbildung zum Cellisten.

Während seiner Pariser Jahre im CNR entdeckte er auch einige der schönsten Kammermusikstücke mit der Pädagogin und Musikerin Marie-France Giret; deren Einsatz, Begeisterung und Musikalität bleiben ihm unvergesslich.
Er wird auch von einigen der großen Persönlichkeiten der Kammermusik unterrichtet; von Luc-Marie Aguerra und Miguel de Silva, beide Mitglieder des Ysaye Quartetts, von Eric le Sage und von Paul Meyer.

“ Für mich war Marcel Bardon weit mehr als nur Lehrer. Durch seine Gestaltungskraft, seine Hingabe und den leidenschaftlichen Einsatz für seine Klasse hat er sich als in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Pädagoge gezeigt. Die zuverlässige und bedingungslose Unterstützung durch diesen großmütigen und fordernden Lehrer hinterlassen in mir unauslöschliche musikalische und menschliche Spuren”.


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Né à Angers en 1946, il y commence l’étude du violoncelle au Conservatoire dès 1956. Il entre en 1962 au Conservatoire National Supérieur de Paris, dans la classe de André Navarra, où il obtient un Premier Prix de Violoncelle en 1966 ainsi qu’en Musique de Chambre dans la classe de Jean Hubeau.
Attiré par l’enseignement depuis 1967, successivement aux Conservatoires d’Aix en Provence, Angers, et depuis 1978 au Conservatoire Supérieur de Paris - C.R.R., un bon nombre de violoncellistes français et étrangers faisant une belle carrière auront suivi son enseignement durant plusieurs années.
Directeur artistique de l’Académie musicale internationale France-Corée du Sud à Fontenay le Comte, il est régulièrement invité à donner des concerts et des Masterclasses en Corée du Sud.
Marcel Bardon joue avec beaucoup d'orchestres nationaux et internationaux : l’Ensemble Orchestral de Paris, l’Orchestre de Pays de Loire, Sinfonietta de Varsovie, Haarlem, Orchestre de Chambre de Transylvanie, Baden Baden, Elkart (U.S.A.). Il enregistre plusieurs disques, récemment l’intégrale des sonates de J. Brahms avec Alain Jacquon ainsi que deux DVD dans le cadre du festival du Marais Chrétien de Paris.
Dédicataire de plusieurs oeuvres contemporaines, il joue sous la direction de grands chefs d’orchestre : Pierre Dervaux, Armin Jordan, John Nelson,... ; et a pour partenaire de musique de chambre Pierre Amoyal, Jean Pierre Wallez, François-René Duchâble, Gabriel Tacchino, Alain Jacquon, Nancy Allen, Pedro Ibanez ... Très proche du grand compositeur français Jean Louis Florentz, il travaillera beaucoup sur les oeuvres écrites par celui-ci pour le violoncelle.






Musikhochschule Lübeck (2010-2014)
www.mh-luebeck.de
Prof. Troels SVANE
www.cellist.de
Master of Education (2012) - 1,0
Solistenklasse (2014) - 1,0

«Charles-Antoine ist ein sehr talentierter Cellist, der sich durch außergewöhnliche technische Fähigkeiten, einen ausdrucksvollen, einfühlsamen Klang und einen sicheren musikalischen Instinkt auszeichnet. Seine spieltechnische Sicherheit und Vielseitigkeit haben ihm ermöglicht, ein umfassendes und vielseitiges Repertoire höchster Schwierigkeitsgrad zu meistern.
Charles-Antoine ist ein hingebungsvoller, ernsthafter Musiker. Bei seinen Konzerten begeistert er stets das Publikum durch seine außergewöhnliche Präsenz und sein intensives, musikalisches Spiel.»
Troels Svane

Es war eine schwere Entscheidung, Stuttgart und einen Lehrer wie Jean-Guihen Queyras zu verlassen; bald hat sich jedoch gezeigt, dass die Musikhochschule Lübeck ein fruchtbarer Boden für die künstlerische Weiterentwicklung von Charles-Antoine Duflot war. Die Entscheidung zur Arbeit mit dem Dänischen Violoncellisten Troels Svane hat er bewusst gefällt, nachdem er vorher dessen Unterweisungen an mehreren Akademien erlebt hatte. Sein Wissen ist unerschöpflich, wie ein offenes Buch kann er zu jeder musikalischen Phrase die unterschiedlichen Möglichkeiten der Interpretation darstellen und dabei die letzte Entscheidung dem musikalischen Empfinden des Interpreten belassen. Durch solche Wegweisungen kam Charles-Antoine Duflot in seiner eigenen künstlerischen Entwicklung entscheidend voran.

So wie Vortrefflichkeit seines letzten Lehrers die letzten Studienjahren von Charles-Antoine Duflot geprägt hat, so muss man auch die außergewöhnlichen Resourcen der Musikhochschule Lübeck unterstreichen. Er traf dort eindrucksvolle Persönlichkeiten wie Heime Müller (ex-ArtemisQuartett), Sabine Meyer, Konstanze Eickhorst, Konrad Elser, Hans-Jürgen Schnoor ...

"Troels Svane ist ein ganz besonders aufmerksamer und extrem engagierter Lehrer, der sich voll und ganz der Wichtigkeit seiner Rolle für die Zukunft seiner Schüler bewusst ist. Als begeisterter Musiker und begeisternder Lehrer hat er mich mit seiner Erfahrung und seinem umfassenden Wissen bei den letzten Schritten meines Studiums geleitet."